JÜRGEN ROLOFF
Architekt und Bausachverständiger

Beweissicherung

BEWEISSICHERUNG UND ALLGEMEINE BAUSCHÄDEN

Die Erfassung, Dokumentation und Bewertung von allgemeinen Bauschäden bildet den wesentlichen Schwerpunkt meiner Gutachtertätigkeit. Die Erfassung von Gebäudeschäden in einem förmlichen Verfahren wird sowohl von privaten Bauherren, Baufirmen und insbesondere über Gerichte von den Betroffenen (Geschädigten) beauftragt (selbständiges Beweisverfahren). Hierzu folgende Erläuterung:

  • Die akute Beweissicherung erfolgt, wenn bereits ein Schaden am Gebäude erkannt wurde, um die Beweise vor Durchführung von baulichen Maßnahmen bzw. vor dem generellen Fortsetzen der Baumaßnahme zu sichern. Anlass für diese Art der Zustandsfeststellungen können akute Bauschäden sein, die z.B gerichtlich im Zuge eines selbständigen Beweisverfahrens „außerhalb des Streitverfahrens“ geklärt werden sollen. Es können auch unverhofft auftretende Probleme am Bau sein, wie z.B. eine vorzeitige unplanmäßige Vertragsbeendigung durch einen tätigen Vertragspartner. In diesem Falle gilt es eine sachgerechte Leistungsabgrenzung zwischen dem nicht mehr tätigen Ursprungsunternehmen und der nachfolgenden Firma vorzunehmen.
  • Die vorsorgliche Beweissicherung wird als vorbeugende Maßnahme vor Baubeginn notwendig, z.B. wenn eine Baulückenschließung schädigende Auswirkungen auf die umgebene Bebauung haben könnte. Es handelt sich also um eine präventive Maßnahme. Damit ist sie vergleichbar mit der Risikoabdeckung durch eine Versicherungspolice und stellt ein Element des Risikomanagements dar. Haftungsansprüche des Geschädigten können häufig nur aufgrund sorgfältig erhobener Beweismittel, d.h. der in Schrift und Bild erfolgten Beweissicherung ausgewogen reguliert werden.
 


Feuchtigkeitsschäden Dach, Wand und Keller

Die meisten Schäden an Bauwerken entstehen durch Wasser („Bauen = Kampf gegen das Wasser“).
Zu den häufigsten Ursachen zählen Undichtigkeiten am Bauwerk, zum Beispiel Kellerwände und –sohlen, bewitterte Fassaden und auch insbesondere Dächer.
Unterhalb von Dächern liegende Räume sind besonders gefährdet.
Häufig gelangen Schnee und Regen durch die Deckung. Es wird vom Laien oft verkannt, dass gedeckte Dächer nicht in jedem Fall wasserdicht, sondern regensicher sein müssen.

  • Wasserdicht = wasserdicht (z.B. Flachdach)
  • Regensicher = beschränkt wirksame Sperre gegen Niederschlag


Beispiel Schäden an erdberührten Bauteilen bei Neubauten:

In der DIN 18195 sind Bauwerksabdichtungen geregelt, allerdings nur mit Abdichtungsbahnen oder kunststoffmodifizierten Dickbeschichtungen (KMB). Es bestehen jedoch nach wie vor gegenüber der Verwendung von "KMB" in Fachkreisen große Vorbehalte. Die Norm 18195 ist wie folgt gegliedert und gilt nur für Neubauten:

Soll ein gedecktes Dach darunter liegende Räume wirksam trocken halten, sind Zusatzmaßnahmen erforderlich.

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  • Bauwerksabdichtungen Teil 1: Grundsätze, Definitionen, Zuordnung und Abdichtungsarten
  • Bauwerksabdichtung Teil 2: Stoffe
  • Bauwerksabdichtungen Teil 3: Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe
  • Bauwerksabdichtungen Teil 4: Abdichtung gegen Bodenfeuchte und nicht aufstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und wänden; Bemessung und Ausführung
  • Bauwerksabdichtungen Teil 5: Abdichtungen gegen nicht drückendes Wasser an Deckenflächen und in Nassräumen; Bemessung und Ausführung
  • Bauwerksabdichtungen Teil 6: Abdichtung gegen von außen drückendes und aufstauendes Wasser; Bemessung und Ausführung
  • Bauwerksabdichtungen Teil 7: Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser; Bemessung und Ausführung
  • Bauwerksabdichtungen Teil 8: Abdichtung über Bewegungsfugen
  • Bauwerksabdichtungen Teil 9: Durchdringungen, Übergänge, Abschlüsse
  • Bauwerksabdichtungen Teil 10: Schutzschichten und Schutzmaßnahmen

Bei Bestandsbauten können nachträgliche Horizontalsperren bei gleichmäßigem Mauerwerk durch Aufsägen der Wand und Einpressen von Blechen, Injektionen mit unterschiedlichen Abdichtungsstoffen usw. eingebaut werden.

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. WTA hat speziell zum Thema Nachträgliches Abdichten die Merkblätter 4-6-98/D "Nachträgliches Abdichten" erdberührter Bauteile und E 4-7 02/D "Nachträgliche Mechanische Horizontalsperre" veröffentlicht.


Ursache für diese Schäden sind:

  • Ausführungsfehler
  • Fehlerhafte Planung
  • Beschädigungen durch Dritte


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Bilder zu dem Thema

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